Sein
Buch „Ich bin dann mal weg“ las ich vor vielen Jahren mit Begeisterung. Voller
Vorfreude nahm ich darum nun sein zweites Buch zur Hand… und war am Ende etwas
enttäuscht.
Kerkeling beschreibt seine
Kindheit mit warmen Worten, dem ihm eigenen Wortwitz und lässt auch die
traurigen Momente nicht aus.
Letztlich
entstand bei mir aber der Eindruck, dass er dieses Buch doch eher für sich
selbst geschrieben hat. Als eine Art therapeutischer Auseinandersetzung mit
seinem Verhältnis zu seiner Mutter.
Vielleicht
ist es gut, einem Menschen, der andere so sehr zum Lachen bringen kann, hinter
die Maske zu sehen? Kerkeling warf mit diesem Buch bei mir die Frage auf, ob
die besten Clowns immer einen traurigen Hintergrund haben müssen, um so
begeistern zu können, wie es gute Clowns tun…
Er beschreibt seine frühe Kindheit als rundum glücklich. Nach dem Tod
seiner Mutter wird er von seiner Großmutter väterlicherseits aufgefangen und
ich dachte: was für ein Glück er hatte, dass es diese herzenswarme Dame in
seinem Leben gab. Aber welche Rolle spielte sein Vater, welche sein Bruder? Beide
scheinen nur Randfiguren in Kerkelings Leben zu sein, denn über sie erfährt man
nur sehr wenig.
Ich
frage mich also: warum erzählt er das Eine so ausführlich, reißt anderes nur an
und lässt wieder anderes komplett weg? Für eine Autobiografie ist es zu wenig, selbst
wenn es nur der Kindheitsteil wäre, weil aus meiner Sicht zu viele Teile
fehlen. Um sich mit der Geschichte zwischen seiner Mutter und ihm auseinanderzusetzen,
hätte er vielleicht lieber einen Roman schreiben sollen. So bleibt bei mir das
Gefühl, eine Therapiesitzung belauscht zu haben und das ist eher unangenehm.
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