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Mittwoch, 10. Juli 2019

Katarina Bivald „Ein Buchladen zum Verlieben“

So richtig Ferien-/ Urlaubslektüre. Was zum Träumen. Da hat eine junge schwedische Buchhändlerin, Sara, eine Brieffreundschaft zu einer älteren amerikanischen Dame, Amy. Wie diese Brieffreundschaft zustande kam, wird nicht erzählt, ist aber letztlich auch nicht wichtig. Entscheidend ist, was daraus wird. Die Buchhandlung, in der Sara arbeitet, wird geschlossen und Sara beschließt, Amys Einladung nach Amerika zu folgen. Nur vier Wochen Urlaub und dann sehen, was sie weiter tun wird. Aber als sie in dem kleinen Ort in Iowa, Broken Wheel, ankommt, ist Amy verstorben und Sara weiß nicht so recht, was sie dort soll.
Da sie nichts weiter zu tun hat und ja Geld für die Reise gespart hatte, beschließt sie, ihren Urlaub zu genießen und sich durch Amis Bibliothek zu lesen.
Doch die Menschen in dem sehr kleinen Ort haben ihre Pläne mit ihr.
Da Sara zwar viel liest und darum nie Langeweile hat, letztlich aber auch irgendetwas tun will, eröffnet sie mit Amys Büchern eine Buchhandlung in dem Ort, in dem es sonst kaum etwas gibt. Sie beschließt, den Menschen die Faszination, die von Büchern ausgehen kann, nahezubringen. Und das gelingt ihr. 
Schließlich heiratet sie und bleibt dort… ja, ein bisschen kitschig vielleicht, aber doch für alle Leseratten eine genussvolle Lektüre. 

Sonntag, 12. Juni 2016

Bernhard Schlink „Die Frau auf der Treppe“

Ich hörte von diesem Roman im Radio. Eine Buchbesprechung. Ich hatte schon einige Bücher von Bernhard Schlink gelesen, wenn auch bei weitem nicht alle. Was ich las, gefiel mir. Es ist diese nachdenkliche Art des Schreibens, die mir gefällt, dieses Lauschen nach dem, was klingt, was sich regt, wenn man sich erinnert oder/ und wenn man Menschen aus seiner Vergangenheit in der Gegenwart wieder begegnet.
In diesem Buch geht es zunächst um ein Gemälde. Eine Frau, die nackt eine Treppe herunter steigt. Hin zum Betrachter. Der Protagonist entdeckt das Bild nach vielen Jahren zufällig in einer Galerie. Er befindet sich auf Geschäftsreise in Australien. Das Bild und alles, was damit zusammenhing in den Anfangsjahren seiner Tätigkeit als Anwalt, hatte er aus seinem Bewusstsein verbannt. 

Mittwoch, 23. März 2016

Jojo Mojes „ Ein ganz neues Leben“

Ein ganz neues Leben hat sich Will für Louisa erhofft. Dafür hat er sie mit finanziellen Mitteln ausgestattet und ihr einen Brief hinterlassen. Das war bereits am Ende des ersten Buches klar. Dieses Buch nun erzählt, was Louisa daraus macht. Und das ist zunächst mal nicht viel. Sie taumelt durch ihr Leben ohne Will. Sie findet keine Linie, kein Ziel. Sie schwankt zwischen Wut und Verzweiflung. Und dann stürzt sie ab. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sie fällt von der Dachkante… und hat Glück im Unglück- sie überlebt diesen Sturz.

Dienstag, 23. Februar 2016

Abbas Khider "Brief in die Auberginenrepublik"

Ich begann dieses Buch mit der Zuversicht zu lesen, dass Salims Brief aus Libyen Samia im Irak erreichen werde. Unter ungewöhnlichen Umständen, nicht auf dem normalen Postweg, aber er würde sie erreichen. Nach der Hälfte des Buches jedoch begann diese Hoffnung zu schwinden. Wie es ausgeht, will ich hier nicht verraten, sonst lohnt sich für manchen vielleicht die Lektüre nicht mehr.
Was Abbas Khider in diesem Buch (wieder) gelingt, ist die Beschreibung des Lebens der Menschen und das Halten der Spannung der Geschichte bis zur letzten Seite.

Samstag, 20. Februar 2016

Judith W. Taschler „ Die Deutschlehrerin“

Es beginnt mit einem E- Mail- Wechsel. Ein Projekt „Schüler/in trifft Autor/in“ führt dazu, dass sich zwei Menschen wiederbegegnen, die sich vor langer Zeit einmal liebten, ein Paar waren.  Ihre Beziehung endete sechzehn Jahre zuvor abrupt. Jedenfalls empfindet Mathilda es so. Xaver macht sich aus dem Staub. Hat eine andere Frau, die ein Kind erwartet. Er heiratet sie sehr schnell. Er meint, dass das Ende ja schon absehbar war.
Das, was Judith Taschler daraus in ihrem Buch macht, ist psychologisch aufgeladen. Schnell merkt man, dass es da etwas Dramatisches gibt. Ein Kind ist verschwunden. Xavers Kind oder zumindest das, das seine Frau zur Welt bringt. Vieles in diesem Roman bleibt lange in der Schwebe und wird erst ganz am Ende gelöst. Nicht alles, aber doch vieles.
Es ist dieses stückchenweise Erkennen, nach und nach. Zwischendurch Zweifel und begreifen, dass es doch nicht so sein kann. Am Ende dann noch ein Schock.

Zweihundertdreiundzwanzig Seiten Spannung, Eintauchen in die Vergangenheit eines Paares, existenzielle Fragen, die den Leser unter Umständen erschüttern können. Wie hätte ich mich verhalten? Was hätte die beiden retten können? An welcher Stelle hätte sich wer anders verhalten müssen, um das Leben anders verlaufen zu lassen? Fragen, die sich jeder sicher immer mal stellt. Fragen, auf die dieses Buch den Leser wirft.

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Christopher Morley „Eine Buchhandlung auf Reisen“

Ich kaufte dieses Buch, weil ich selbst so gerne lese und mich also alles, was mit der Leidenschaft für Bücher zusammenhängt, magisch anzieht. Außerdem hatte mich der Roman „Das Lavendelzimmer“ von Nina George, in dem  eine „Literarische Apotheke“, eine ganz besondere Buchhandlung auf einem ehemaligen Lastkahn, eine große Rolle spielt, sehr beeindruckt und ich dachte, dass es mir mit diesem Buch ebenso gehen könnte.
Dem war nicht ganz so. Aber es ist ein durchaus unterhaltsame und anregende Geschichte… Einige der Bücher, auf die im Text Bezug genommen wird, werde ich sicher noch lesen.

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Cristina Caboni „Die Rosenfrauen“

Den Titel fand ich etwas verwirrend, denn es geht zwar auch um Rosen, aber aus meiner Sicht nur am Rande. In der Hauptsache geht es um Parfüm.
Eine junge Florentinerin sieht sich zu Beginn des Buches vor den Scherben einer Liebesbeziehung. Dieser Bruch in ihrem Leben führt sie jedoch zurück zu dem, was sie besonders gut kann. Eine „Nase“ wird sie genannt, denn sie kann die einzelnen Duftstoffe, aus denen ein Parfüm kreiert wurde, identifizieren. Ich kann mir das kaum vorstellen. Wenn ich an den geöffneten Türen einer großen Parfumerie vorbei gehe, habe ich das Gefühl, gar nichts mehr zu riechen, als diesen durchdringenden süßen, schweren Duft. Ich glaube manchmal sogar ihn auf der Zunge zu spüren!
Genau das wird in diesem Buch auch kritisiert, dass Kunden sich gar nicht wirklich für ein Parfüm entscheiden können, weil ihre Geruchsnerven schon benebelt sind, wenn sie eine große Parfumerie betreten. Die meisten kaufen dann irgendeine gängige oder angepriesene Marke, die manchmal nicht einmal zu ihnen passt.

Dienstag, 27. Oktober 2015

J. Courtney Sullivan „Die Verlobungen“

Mary Frances Gerety kreierte in den vierziger Jahren den Werbespruch
„A Diamant is forever“. Sie war Texterin bei N. W. Ayer & Son, einer US- amerikanischen Werbeagentur, deren bester Kunde über Jahrzehnte De Beers war. De Beers, die Firma, die Diamanten fördert und vertreibt. Frances hat mit jenem Werbespruch den Verkauf von Diamanten in den USA deutlich in die Höhe getrieben. Und sie hatte den Wunsch vieler Frauen, den Wunsch, den sie selbst nie hegte, jenen nach Heirat und ewiger Liebe, mit dem Wunsch nach einem Diamanten verbunden.
1999, kurz vor Frances Tod, wurde dieser Spruch zum Slogan des Jahrhunderts ernannt. Damit hatte die Zeit ihres Lebens unabhängige und unverheiratete Mary Frances Gerety nicht gerechnet, als sie eines Nachts den Spruch erdachte. 

J. Courtney Sullivan beschreibt jedoch in diesem Buch nicht nur das Leben und die Arbeit von Frances Gerety. Sie verbindet diese Lebensgeschichte mit denen vierer Paare. Fünf Lebensgeschichten. Welche Verbindung haben diese Menschen miteinander? Es erschließt sich zunächst nicht. Man ahnt es zunehmend. Sicher ist man jedoch erst ganz am Ende. 
Darüber hinaus regt die Lektüre dieses Buches dazu an, über Diamanten, deren Produktion und Bedeutung nachzudenken sowie darüber, wie sehr die Werbung unsere Wünsche steuert. Aber auch die Rolle der Frau und der Sinn oder Unsinn der Institution Ehe wird in den Geschichten thematisiert. 

Sonntag, 25. Oktober 2015

Thomas Hardy „Am grünen Rand der Welt“

Wessex, die Landschaft, die Hardy erfand für seine Geschichten. Weites Land, grüne, saftige Wiesen, Wälder. Vereinzelte Gehöfte, kleine Dörfer. Der Rand der Welt. Ruhig. Äußerlich ruhig. Doch Hardy schaut genauer hin. Schaut hinein in diese Welt. Und da ist es zwar immer noch grün, aber nicht mehr so ruhig, wie man es am Rand der Welt vermutet. Denn auch dort leben Menschen. Und Menschen haben nicht nur positive Eigenschaften. Auch nicht am Rand der Welt, wenn er auch noch so grün ist. Mit Neid, Missgunst, Hass und Gier muss auch hier jeder rechnen. Genauso wie natürlich mit allem Positiven, das der Mensch so an sich hat.
Und das beschreibt Thomas Hardy in diesem Roman. Den Kampf der Menschen mit sich, mit der Natur und eben auch jenen, den sie zu allen Zeiten mit- und gegeneinander austragen.
Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, Bathsheba die eine Farm erbt. Sie steht ihren Mann, sie setzt sich durch und führt den Hof erfolgreich, entgegen aller Zweifel der Männerwelt. Eine ungewöhnliche Frau in Hardys Zeit, in der Frauen so etwas eben nicht zugetraut wurde. In der Frauen in der Mehrheit froh waren, wenn sie geheiratet wurden und sie sich um Herd und Haus und Kinder kümmern durften. Eine Zeit, in der sich Männer wie Frauen darüber wunderten, wenn eine Frau diese Träume nicht teilte, sondern selbstbestimmt leben wollte.

Sonntag, 4. Oktober 2015

Jojo Moyes „Die Tage in Paris“ und „Ein Bild von dir“

„Die Tage in Paris“ ist ein kleines Buch, in dem Jojo Moyes die Vorgeschichte zu „Ein Bild von dir“ erzählt. Man muss es nicht lesen, um den Roman zu verstehen, aber es ist eine gute Einstimmung dazu. Darin beschreibt Jojo Moyes die Tage in Paris, die zwei Frauen mit ihren Männern verleben. Glückliche Tage zweier verliebter Frauen in ganz unterschiedlichen Zeiten und mit ebenso unterschiedlichen und doch auch ähnlichen Beziehungsproblemen. Die eine ist die Frau eines Malers in Paris zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Die andere eine Engländerin, frisch verheiratet mit einem aufstrebenden Architekten.

„Ein Bild von dir“ erzählt dann die Geschichten der beiden Frauen weiter.

Samstag, 22. August 2015

Lori Nelson Spielman „Morgen kommt ein neuer Himmel“

Elisabeth Bohlinger baut ein Kosmetikunternehmen auf. Sie hat zwei Söhne, Jay und Joad und eine Tochter, Brett. Zu allen hat sie ein gutes Verhältnis, aber das zu ihrem jüngsten Kind, zu ihrer Tochter, ist besonders nah. Wenn Brett Kummer hat, dann tröstet die Mutter sie und ermuntert sie stets mit den abschließenden Worten: „Morgen kommt ein neuer Himmel“. (Meine Mutter sagte in solchen Momenten immer: "Morgen ist ein neuer Tag". So lautet übrigens auch der Buchtitel in französischer Sprache: "Demain est un autre jour". Keine Ahnung, warum der deutsche Verlag, der das Buch herausbrachte, diese für Deutsche so ungeläufige Redewendung vom "neuen Himmel" verwandte)
Als Elisabeth Bohlinger nach kurzer, schwerer Krebserkrankung stirbt, geht Brett davon aus, dass nun sie das Unternehmen leiten wird. Bei der Eröffnung des Testaments erhält sie jedoch stattdessen ein Liste mit Lebenszielen, die sie selbst als Vierzehnjährige einmal geschrieben hat. 

Lori Nelson Spielman „Nur einen Horizont entfernt“

Die Fernsehmoderatorin Hannah Farr hat gerade schlechte Quoten mit ihrer Morgensendung und passenderweise taucht zu dieser Zeit im Sender eine zehn Jahre jüngere Konkurrentin auf. Aber das genügt natürlich noch nicht.
Wie auch schon in „Morgen kommt ein neuer Himmel“ legt Lori Nelson Spielman ihrer vierunddreißigjährigen Protagonistin so viele Stolpersteine in den gerade noch ebenen Weg, dass sie gezwungen ist, über ihr Leben, ihre Ziele und Werte ernsthaft nachzudenken und sie schließlich zu verändern.

Freitag, 7. August 2015

Lucinda Riley „Die sieben Schwestern“

Als ich das Buch kaufte, dachte ich: wie schön, ein neuer Roman von Lucinda Riley, von der ich bereits fast alle anderen Bücher gelesen hatte. Immer geht es um die Liebe, immer verwebt sie dabei Vergangenheit und Gegenwart miteinander, immer ist es spannend und berührend. 
So auch in diesem Buch, in dem sich eine junge Frau, Maia, auf der Suche nach ihren Wurzeln in Brasilien verliebt. Neben dieser Liebesgeschichte verfolgt der Leser auch noch eine aus den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, erfährt er Details über die Errichtung des Christo hoch über Rio und über das Leben des französischen Bildhauers Landowski, der zusammen mit dem Architekten des Christo, Da Silva Costa,  daran arbeitete. 
Lucinda Riley beschäftigt sich in diesem Buch außerdem mit dem Thema Adoption. Maia ist ein Adoptivkind. Der Mann, den Maia, seine erste Adoptivtochter, irgendwann Pa Salt "tauft", bringt im Laufe der Jahre insgesamt sechs Mädchen stets fast unmittelbar nach deren Geburt zu Marina auf eine Insel im Genfer See, auf der sich ein großes Anwesen befindet. Marina ist nicht Pa Salts Frau. Sie ist offensichtlich "nur" die Frau, die er für die Mädchen als soziale Mutter ausgesucht hat. 
Dieser Roman von Lucinda Riley ist also noch vielschichtiger als schon ihre bisherigen Bücher und war darum für mich sehr lesenswert.
Dennoch war ich am Ende unzufrieden: Es blieben noch so viele Fragen offen und ich verstand nicht, warum die Autorin sie nicht beantwortete, wie ich das sonst von ihren Büchern gewohnt bin. Erst beim Lesen der Danksagung wurde mir bewusst, dass dieser Roman der erste einer siebenteiligen Reihe ist und ich also erst nach und nach und wenn ich alle Bücher gelesen habe, mir diese Fragen werde beantworten können:

Dienstag, 21. Juli 2015

Stefanie Lam „Das Haus der Lügen“

Ein altes Haus an der englischen Küste, das langsam verfällt. Nur an wenigen Stellen sieht man noch Reste des alten Glanzes, in dem es einst stand, wie z.B. an dem Buntglasfenster über der Eingangstür, das den Namen des Hauses im Art- Déco- Stil auch heute noch präsentiert: Castaway- House. Der Sommer ist vorbei, die Saison beendet. Das Wetter so trostlos wie die Aussicht auf die langen einsamen Monate, die vor den Menschen in diesem Küstenort nun liegen.
Rosie Churchill, eine junge Frau, teilt sich im Jahre 1965 in jenem alten Haus ein Appartement mit zwei anderen jungen Frauen. Sie hat die Schule abgebrochen und ist zu Hause ausgezogen. Nun versucht sie, sich mit Aushilfsjobs über Wasser zu halten. Ein alter Mann taucht auf, dessen Rosie sich annimmt. Er leidet unter Amnesie, behauptet aber, dass er in diesem Haus vor vielen Jahren schon einmal war. Rosie, die unter einem Fensterbrett eine eingeritzte Nachricht fand und manchmal Geräusche in dem Haus hört, die sie nicht zuordnen kann, begibt sich immer stärker auf die Suche nach dem, was vor vielen Jahren in diesem Haus geschehen sein muss.

Einundvierzig Jahre zuvor, 1924, allerdings zu Beginn des Sommers, war im selben Haus ein junger Mann mit Namen Robert Carver zu Gast bei seinem Cousin Alec und dessen Frau Clara, denen das Haus gehörte. Damals war das Haus noch herrschaftlich, war es noch nicht in Appartements unterteilt, gab es Dienstboten, Empfänge uvam.

Nina George „Das Lavendelzimmer“

Es passt zu mir, dass ich das Buch fand, nachdem es die Spiegel- Bestseller- Liste bereits verlassen hatte.(Es gibt einfach zuuuu viele Bücher, die mich interessieren/ die ich noch lesen möchte... da geht mein Blick selten auf die Bestsellerliste) Zwei Jahre stand es dort- jetzt habe ich es gefunden- oder es mich ;) 

Und ich liebe es! Ja, ich spreche nicht in der Vergangenheit, weil ich es wohl immer wieder zur Hand nehmen werde. Es steckt so viel Leben darin, so viel Weisheit… und es bestärkte mich in meiner Liebe zu Büchern/ zum Lesen... so oft dachte ich: Ja! Genau! So sehe ich das auch! Oder : Sooo schön! 

z.B. (Zitate) "Im Süden lauscht man dem Meer, um zu begreifen, dass sich Lachen und Weinen genau gleich anhören und die Seele manchmal weinen muss, um glücklich zu sein." 

oder auch: 

"Er nennt Bücher Freiheiten. Und Heimaten, das seien sie auch. Sie bewahren all die guten Wörter auf, die wir so selten benutzen. Milde. Güte. Widerspruch. Nachsicht."

Doch nun ein paar Worte zum Inhalt:
Ein Mann, Monsieur Perdu (soooo passender Name Jperdu heißt auf deutsch: verloren), trauert 20 Jahre lang seiner großen Liebe nach. Er verrammelt das Zimmer, in dem er sie besonders intensiv lebte und betritt es erst wieder, als eine Frau in das Mietshaus zieht, in dem er wohnt. Sie besitzt nichts und er gibt ihr den Tisch, der in jenem verrammelten Zimmer mit den lavendelfarbenen Wänden 20 Jahre lang ungenutzt stand.

Er ist ein netter Mensch, einer, der die Menschen kennt, obwohl er sie oft meidet. Aber er hört ihnen zu, den Menschen. Nach der Maxime: „Schweigend zuhören war die Basis für die Grundvermessung der Seele.“ (Zitat S. 43). Monsieur Perdu lebt spartanisch in einer ebenso eingerichteten Wohnung. 
20 Jahre lang. Seine Passion sind die Bücher und was sie mit den Menschen machen können, was das Lesen der Geschichten in Menschen auslösen, verschütten, aufwühlen, zerstören, beleben… kann. Er hat einen alten Lastkahn zu einer Buchhandlung umgebaut, der er den Namen „Die literarische Apotheke“ verlieh. Er verkauft nicht jedes Buch an jede Person. Manchmal verweigert er den Verkauf, nicht ohne die Weigerung zu begründen, nicht ohne eine literarische Alternative zu empfehlen, die seiner Meinung nach die bessere „Arznei“ für die Seele jenes Menschen zwischen seinen Regalen wäre.

Dienstag, 9. Juni 2015

Jan- Philipp Sendker „Herzenhören“ und „Herzenstimmen“

Ich bekam das erste der beiden Bücher letztens geschenkt. „Herzenhören“ das klang für mich sehr esoterisch. Ein bisschen ist es das auch. Jedoch hat mich die Geschichte und die Sprache, in der Jan- Philipp Sendker sie verfasst hat, in ihren Bann gezogen.
Eine junge Frau, Julia Win aus New York, geht auf die Suche nach ihrem Vater. Er verschwand nach dem Tag ihres College- Abschlusses. Als hätte er nur darauf gewartet, dass sie auf eigenen Füßen steht. Vier Jahre sind seit seinem Verschwinden vergangen. Sie hat sich damit arrangiert, hat sich als Anwältin etabliert, aber die Gedanken an ihren Vater kehren immer wieder.
Als ihre Mutter ihr einige persönliche Dinge ihres Vaters zukommen lässt, entdeckt sie darunter einen Liebesbrief, den er vierzig Jahre zuvor an eine Frau in Birma schrieb… und sie entschließt sich, diese Frau zu suchen, in der Hoffnung dort auch ihren Vater zu finden.

Donnerstag, 26. März 2015

Jojo Moyes „Weit weg und ganz nah“

Klar liebe ich es, wenn eine Geschichte gut ausgeht, wenn die Hauptfigur letztlich glücklich wird, wenn ihr alles gelingt nach vielen Schwierigkeiten… aber hier hat Jojo Moyes es für mein Gefühl ein bisschen übertrieben.

Jess ist eine junge Mutter, die allein mit ihren zwei Kindern und einem riesigen Hund namens Norman in einem abbruchreifen Haus lebt. Den Sohn Nicky hat ihr Mann aus erster Ehe mitgebracht. Er ist ein Teenie, hat vielleicht sowieso autistische Züge und entsprechende Schwierigkeiten mit sich und seiner Umwelt. Die Tochter Tanzie ist ein mathematisches Genie. Der Vater ist verschwunden und hat ihr nur seinen Sohn aus erster Ehe, einen kaputten Rolls Roys und jede Menge Schulden dagelassen. Natürlich zahlt er nicht für die Kinder, ist unzuverlässig und am liebsten unsichtbar. Jess putzt in einer Nobelsiedlung, kellnert in einer Bar und ist eine liebe- und verständnisvolle Mutter.

Ed, der Mann, der sie rettet, hat natürlich auch immense Probleme.

Montag, 2. Februar 2015

Jojo Moyes „Eine Handvoll Worte“

Ein lebensbejahendes Buch. Eine Geschichte über die Liebe im Allgemeinen und im Besonderen, in ihren verschiedenen Spielarten, eingebettet in die Recherche zu einem Artikel über letzte Liebesbriefe.

Sonntag, 21. September 2014

Jojo Moyes „Ein ganzes halbes Jahr“

Innerhalb kurzer Zeit habe ich alle drei Bücher von Jojo Moyes gelesen. Sie schreibt fesselnd. Jede Figur stand deutlich vor meinem geistigen Auge, ich fühlte mit, egal ob sie sich freuten oder litten. Auch bei diesen Büchern gelang es mir abends wieder oft nicht aufzuhören, ein Ende zu finden, da es irgendwie immer spannend war.

„Ein ganzes halbes Jahr“ beschreibt im Wesentlichen zwei Probleme. Zum einen geht es darum, bis zu welchem Grad der Einschränkung und Abhängigkeit von anderen ein Leben noch lebenswert bleibt. Zum anderen geht es um die Frage, ob Selbsttötung und Sterbehilfe in manchen Fällen verständlich sind oder sogar, im Falle der Sterbehilfe, von Menschlichkeit zeugen.
Eingebettet ist das Ganze in eine Liebesgeschichte… aber dazu weiter unten mehr.

Samstag, 5. Juli 2014

Nicolas Barreau

Nicolas Barreau, 1980 geboren- noch sooo jung!- lässt uns an die Behauptung glauben, dass Paris immer noch oder immer wieder neu, die Stadt der Liebe ist :)

Ich hab es verschlungen, das Buch „Das Lächeln der Frauen“. Das ist schon länger her.
Etwas später entdeckte ich dann „Eines Abends in Paris“ und kurz darauf
„Die Frau meines Lebens“…

In allen Geschichten geht es um schicksalhafte Begegnungen und die große Liebe. In zwei Büchern taucht ein Regenschirm auf- jeweils der Regenschirm einer Frau. In einem der Bücher ist ihr roter Mantel DAS Erkennungszeichen der Dame. In allen Büchern gibt es Verwicklungen, in einem tolle Rezepte (Ich habe große Lust, sie nachzukochen!) und in einem Empfehlungen für sehr sehenswerte Filme…

Kurz gesagt: es ist eine wundervolle Lektüre für die graue Jahreszeit (in der ich sie las), aber natürlich auch für jede andere;)! Die Bücher wärmen das Herz und geben der Hoffnung Raum, dass es so etwas gibt: einen Blick, ein Lächeln und das ganz große Gefühl...
Lassen Sie sich entführen in die Welt der Träume, in der die Sonne scheint, auch wenn es zwischendurch immer mal wieder regnet- und wie! ;)