Sonntag, 4. Oktober 2015

Jojo Moyes „Die Tage in Paris“ und „Ein Bild von dir“

„Die Tage in Paris“ ist ein kleines Buch, in dem Jojo Moyes die Vorgeschichte zu „Ein Bild von dir“ erzählt. Man muss es nicht lesen, um den Roman zu verstehen, aber es ist eine gute Einstimmung dazu. Darin beschreibt Jojo Moyes die Tage in Paris, die zwei Frauen mit ihren Männern verleben. Glückliche Tage zweier verliebter Frauen in ganz unterschiedlichen Zeiten und mit ebenso unterschiedlichen und doch auch ähnlichen Beziehungsproblemen. Die eine ist die Frau eines Malers in Paris zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Die andere eine Engländerin, frisch verheiratet mit einem aufstrebenden Architekten.

„Ein Bild von dir“ erzählt dann die Geschichten der beiden Frauen weiter.
Sophie, die Frau des Malers Édouard aus dem oben kurz beschriebenen Buch führt ein Restaurant in Péronne, einem kleinen Ort in der Picardie. Die Geschichte beginnt im Jahr 1916. Weite Teile Frankreichs sind von den Deutschen besetzt. Auch in Péronne gibt es eine deutsche Kommandantur. Und die Bevölkerung leidet, widersetzt sich so gut es geht, duckt sich, wo nötig, kurz: sie versucht zu überleben. Im „Le coq rouge“, wie das Restaurant heißt, hängt ein Bild, das Édouard noch in Paris von Sophie malte. Das Bild einer stolzen, glücklichen jungen Frau. Der deutsche Kommandant bewundert dieses Bild…

Liv, die Engländerin aus dem ersten Buch, lebt in London und versucht, den viel zu frühen Tod ihres Mannes David, zu überwinden. Zwar liegt dieser Tod bereits vier Jahre zurück, aber Sophie treibt immer noch in einem Strudel aus Schmerz. In ihrem Schlafzimmer hängt ein Bild. Das Portrait einer stolzen, glücklichen jungen Frau. Es ist ein Original. Ein echtes Gemälde. Kein einfacher Druck und keine Reproduktion. Ein Gemälde, das Sophie an David erinnert. Er kaufte es für sie, weil er fand, dass die Frau darauf, ihr ähnlich sei.

Facettenreich und spannend beschreibt Jojo Moyes die Geschichte dieses Bildes und der beiden Frauen. Dieses Buch hat mir, neben „Eine Handvoll Worte“, von allen Büchern Jojo Moyes‘ am besten gefallen. Es ist dieses Verweben von Vergangenem und Gegenwärtigem, dieses Aufzeigen, dass alles eine Geschichte hat, dass es Zusammenhänge gibt, die man manchmal gar nicht so leicht erkennt, das aus meiner Sicht den Romanen Tiefe verleiht und mich immer in den Bann solcher Romane zieht.


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