Wie lebt man mit einem Gendefekt, der dazu
führte, dass von Geburt an das eigene Gesicht von allem abweicht, das die
menschliche Gesellschaft gewohnt ist? Und wie gehen die Menschen der
unmittelbaren Umgebung, Familie, Schule, Nachbarn, Freunde… damit um?
Dem geht Raquel J. Palacio in ihrem Buch „Wunder“
auf den Grund. Ein Junge mit eben diesem Problem soll, nach Jahren des
Hausunterrichts, nun endlich zur Schule gehen. In die Welt hinaus, auch wenn
die Eltern wissen, dass es hart werden wird. Für alle. Aber insbesondere für
den Jungen.
Zunächst natürlich August, den Jungen der sich
so beschreibt: „Ich heiße übrigens August. Ich werde nicht beschreiben, wie ich
aussehe. Was immer ihr euch vorstellt- es ist schlimmer.“
Dann kommen auch noch seine ältere Schwester Via,
seine Freundin Summer (die sich an seinem ersten Schultag beim Mittagessen zu
ihm setzte), sein Freund Jack (der ihm anfangs ein wenig an die Seite gestellt
wird, zu August aber mehr und mehr wirkliche Zuneigung entwickelt), Justin (der
erste Freund von Via) und Miranda (die August schon von klein auf kennt, weil
sie schon sehr lange mit Via befreundet ist) zu Wort.
Das erste Schuljahr an der Schule endet für
August mit einer Auszeichnung. Der Rektor begründet sie so:
„Echte Größe… zeigt derjenige, dessen Stärke die
meisten Herzen bewegt, und zwar durch sein eigenes Herz…“
Eigentlich ist „Wunder“ ein Jugendbuch, aber aus
meiner Sicht, Menschen jeden Alters zu empfehlen, denn es setzt sich mit einer
Problematik auseinander, die wir nur allzu gern aus unserem Alltag ausblenden:
Was tue ich, wie geht es mir, wenn ich anders als die anderen bin? August ist
ein extremes Beispiel, aber die Geschichte verdeutlicht, dass JEDER Mensch ein
Mensch ist, egal mit welchen Einschränkungen er leben muss.
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