Die
hundertfünfjährige Rose schreibt ihre Memoiren. Sie fühlt sich jetzt alt genug
dafür, sagt sie. Das Buch erinnerte mich vom Ansatz her ein wenig an den Roman
von Jonas Jonasson „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und
verschwand“. Auch bei Giesbert geht es um das „Jahrhundert der Mörder“, das
zwanzigste Jahrhundert mit seinen beiden Weltkriegen, den Völkermorden und der
Massenvernichtung der Juden. Auch in diesem Buch begegnet die Protagonisten
einigen der Mächtigen. Im Gegensatz zum „Hundertjährigen, der aus dem Fenster
stieg“ und eher wie ein Ball von Ereignis zu Ereignis rollt und durch seine
Naivität angeblich die Weltgeschichte beeinflusst, geht die Protagonistin bei
Giesbert sehr zielgerichtet vor.
Sonntag, 23. August 2015
Samstag, 22. August 2015
Lori Nelson Spielman „Morgen kommt ein neuer Himmel“
Elisabeth
Bohlinger baut ein Kosmetikunternehmen auf. Sie hat zwei Söhne,
Jay und Joad und eine Tochter, Brett. Zu allen hat sie ein gutes Verhältnis,
aber das zu ihrem jüngsten Kind, zu ihrer Tochter, ist besonders nah. Wenn Brett
Kummer hat, dann tröstet die Mutter sie und ermuntert sie stets mit den
abschließenden Worten: „Morgen kommt ein neuer Himmel“. (Meine Mutter sagte in solchen Momenten immer: "Morgen ist ein neuer Tag". So lautet übrigens auch der Buchtitel in französischer Sprache: "Demain est un autre jour". Keine Ahnung, warum der deutsche Verlag, der das Buch herausbrachte, diese für Deutsche so ungeläufige Redewendung vom "neuen Himmel" verwandte)
Als Elisabeth
Bohlinger nach kurzer, schwerer Krebserkrankung stirbt, geht Brett
davon aus, dass nun sie das Unternehmen leiten wird. Bei der Eröffnung des
Testaments erhält sie jedoch stattdessen ein Liste mit Lebenszielen, die sie
selbst als Vierzehnjährige einmal geschrieben hat.
Lori Nelson Spielman „Nur einen Horizont entfernt“
Die
Fernsehmoderatorin Hannah Farr hat gerade schlechte Quoten mit ihrer
Morgensendung und passenderweise taucht zu dieser Zeit im Sender eine
zehn Jahre jüngere Konkurrentin auf. Aber das genügt natürlich noch nicht.
Wie
auch schon in „Morgen kommt ein neuer Himmel“ legt Lori Nelson Spielman ihrer
vierunddreißigjährigen Protagonistin so viele Stolpersteine in den gerade noch
ebenen Weg, dass sie gezwungen ist, über ihr Leben, ihre Ziele und Werte ernsthaft
nachzudenken und sie schließlich zu verändern.
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