Freitag, 9. Oktober 2015

Charlotte Link „Das Haus der Schwestern“

Charlotte Link eben. Verwebt wunderbar und spannungsreich Vergangenheit und Gegenwart.
In diesem Fall: ein deutsches Ehepaar, Barbara und Ralph Amberg. Beide Juristen. Sie erfolgreiche Strafverteidigerin, er Anwalt in einer renommierten Frankfurter Kanzlei. In ihrer Ehe kriselt es und Barbara hofft, mit dieser Reise über Weihnachten 1996 in ein altes Haus in den Weiten und der Einsamkeit Yorkshires, ihre Ehe vielleicht retten zu können. Nur Ralph und sie. Keine Verwandten. Keine vorhersehbaren Abläufe. Keine Ablenkungen. Und Zeit. Vor allem Zeit.
Barbara findet im Schuppen des Hauses durch Zufall ein Manuskript. Die Lebensgeschichte der Frances Gray.
Eingeschlossen von Schnee, der plötzlich in Massen fällt, liest Barbara die vierhundert Seiten, in denen Frances Gray ihr Leben erzählt. Sie schildert ihre Zeit als Suffragette zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, beschreibt das schwierige Verhältnis zu ihrer Schwester und die Wirren des Zweiten Weltkrieges.

Sonntag, 4. Oktober 2015

Jojo Moyes „Die Tage in Paris“ und „Ein Bild von dir“

„Die Tage in Paris“ ist ein kleines Buch, in dem Jojo Moyes die Vorgeschichte zu „Ein Bild von dir“ erzählt. Man muss es nicht lesen, um den Roman zu verstehen, aber es ist eine gute Einstimmung dazu. Darin beschreibt Jojo Moyes die Tage in Paris, die zwei Frauen mit ihren Männern verleben. Glückliche Tage zweier verliebter Frauen in ganz unterschiedlichen Zeiten und mit ebenso unterschiedlichen und doch auch ähnlichen Beziehungsproblemen. Die eine ist die Frau eines Malers in Paris zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Die andere eine Engländerin, frisch verheiratet mit einem aufstrebenden Architekten.

„Ein Bild von dir“ erzählt dann die Geschichten der beiden Frauen weiter.

Patrick Modiano „Damit du dich im Viertel nicht verirrst“

Ein zurückgezogen lebender Schriftsteller, scheinbar in einer Sinnkrise. „In Zeiten von Katastrophen oder geistiger Not gab es keinen anderen Ausweg, man musste sich einen Fixpunkt suchen, um das Gleichgewicht zu halten und nicht über Bord zu gehen. Der Blick bleibt an einem Grashalm hängen, an einem Baum, den Blütenblättern einer Blume, als würde man sich an eine Rettungsboje klammern.“ So erklärt der Protagonist Daragane seine Beziehung zu der Weißbuche vor seinem Fenster. Welche Katastrophe ihn ereilt hat, erfährt man nicht. Man kann es nur erahnen.
Daragane wird von einem zwielichtigen Typen mit Geschehnissen konfrontiert, deren Teil er offensichtlich als Kind vor vierzig Jahren war. Auch über diese Geschehnisse erfährt man nichts genaues. Daragane scheint sich nicht erinnern zu können oder zu wollen.