„Meine
Mutter weinte, wenn sie sehr glücklich war. Sie nannte diesen Widerspruch „Glückstränen“.“
So beginnt dieses Buch von Abbas Khider. Sein erstes. Er beschreibt darin das
Leben eines jungen Mannes im Irak. Mahdi Muhsin wird am Tag seiner Abiturprüfung
vom irakischen Geheimdienst verhaftet. Zwei Jahre verbringt er im Gefängnis,
abgeschnitten von allem Leben unter schrecklichsten Bedingungen. Khider
beschreibt diese Zeit so eindrücklich, dass ich froh war, dass er die Gefängnis-
Kapitel abwechselte mit jenen, in denen er den Lebensweg des Jungen bis zum Zeitpunkt
der Verhaftung erzählt, von seiner Kindheit, seiner Freundschaft zu einem Taubenzüchter, der seine Liebe zu den
Tauben weckt… Der Junge hat es nicht leicht gehabt und nun wird er grundlos
verhaftet und es werden ihm zwei Jahre seines jungen Lebens nicht nur
gestohlen, sondern zur Hölle gemacht.
Mittwoch, 3. Februar 2016
Sonntag, 17. Januar 2016
Hape Kerkeling „Der Junge muss an die frische Luft“
Sein
Buch „Ich bin dann mal weg“ las ich vor vielen Jahren mit Begeisterung. Voller
Vorfreude nahm ich darum nun sein zweites Buch zur Hand… und war am Ende etwas
enttäuscht.
Kerkeling beschreibt seine
Kindheit mit warmen Worten, dem ihm eigenen Wortwitz und lässt auch die
traurigen Momente nicht aus.
Letztlich
entstand bei mir aber der Eindruck, dass er dieses Buch doch eher für sich
selbst geschrieben hat. Als eine Art therapeutischer Auseinandersetzung mit
seinem Verhältnis zu seiner Mutter.
Vielleicht
ist es gut, einem Menschen, der andere so sehr zum Lachen bringen kann, hinter
die Maske zu sehen? Kerkeling warf mit diesem Buch bei mir die Frage auf, ob
die besten Clowns immer einen traurigen Hintergrund haben müssen, um so
begeistern zu können, wie es gute Clowns tun…
Samstag, 16. Januar 2016
Harry Mulisch „Die Entdeckung des Himmels“
Achthundertsiebenundsechzig
Seiten, die es in sich haben. Kein Buch zum nebenbei lesen. Harry Mulisch
verbindet Wissenschaft und Religion mit Teilen seiner eigenen Geschichte zu
einem intensiven, teilweise mystischen Roman. Die Hauptfiguren Onno Quist und
Max Delius liefern sich Wortgefechte, denen man atemlos folgt. Sie sprühen von Intelligenz,
sprachlicher Gewandtheit und Wortwitz. Onno Quist ist Sprachwissenschaftler,
Max Delius Astronom. Beide sind nicht nur Meister ihres Faches, sondern
verfügen auch über ein umfangreiches Allgemeinwissen, das sie in diese Dialoge
einbringen.
Abonnieren
Posts (Atom)