Von
Jorge Bucay las ich bereits verschiedene Bücher, die ich immer sehr anregend
fand. In seinen Büchern „Komm, ich erzähle dir eine Geschichte“ und „Zähl auf
mich“ erzählt Jorge Bucay, Psycho- und Gestalttherapeut aus Argentinien aus der
Sicht eines Patienten dessen Geschichte, indem er uns an den Sitzungen
teilhaben lässt. Für jedes Problem hat er eine Geschichte parat. Teilweise sind
es Gleichnisse, die er sich ausgedacht hat, aber oft sind es Geschichten von
Nasreddin oder ähnlichen Figuren aus der arabischen oder asiatischen Welt.
Weisheiten, die über die Jahrhunderte immer weitergegeben wurden und die in
ihrer schlichten Logik so einprägsam und einleuchtend und damit oft hilfreich sind.
Eingebettet in die Geschichte seines Patienten, wird das Ganze zu Romanen, die
dazu verführen, über eigene Befindlichkeiten nachzudenken.
„Liebe
mit offenen Augen“ ist weniger von weisen Novellen durchzogen, aber ebenfalls
ein sehr anregend Roman und gut zu lesen.
Eine
Sammlung von Weisheiten in Prosaform findet sich in „Geschichten zum
Nachdenken“. Von diesen kann man jeden Abend oder Morgen, je nachdem, wie man
es gerade „braucht“ oder möchte, eine lesen und dann in Ruhe schauen, was sie
mit einem macht.
„Drei
Fragen Wer bin ich? Wohin gehe ich? Und mit wem?“ allerdings ist eine, wie der
Titel schon ankündigt, längere Beschreibung eines Weges, den man gehen kann,
wenn das Leben irgendwie stockt oder man aus welchen Gründen auch immer auf der
Suche ist. Es liest sich nicht so einfach, wie die Romanversionen oder die
Geschichtensammlung. Aus meiner Sicht agitiert Jorge Bucay hier zu viel und
beschreibt seine eigene Suche mit Gleichnissen, die- zumindest aus meiner Sicht-
nicht so passend sind. Er wiederholt seine Erkenntnisse stellenweise so oft mit
immer anderen Worten, dass ich manchmal dachte: „Ok! Ok! Ich habs verstanden!“
und die nächsten Seiten überflog auf der Suche nach der Stelle, an der es
weiterging.
Vielleicht
bin ich zu ungeduldig oder nicht wirklich auf der Suche danach, wer ich bin und
wohin ich gehe? Vielleicht hätte ich mit dem Buch „arbeiten“ müssen? Mich nach
jedem Abschnitt hinsetzen und schriftlich fixieren, welche eigenen Gedanken mir
zu dem kommen, was er beschreibt?
Ich
denke, es hat mich gestört, was ich oben schon schrieb. Hinzu kam sicher auch,
dass ich etwas anderes erwartet hatte, als ich dieses Buch von Jorge Bucay
kaufte, dessen erste Bücher mir so gut gefielen…
Naja,
und da ich tatsächlich ungeduldig bin, habe ich immer Schwierigkeiten mit
Büchern, in denen ich über längere Strecken nicht wirklich etwas neues erfahre…
Immerhin habe ich es bis zur letzten Seite durchgelesen, da ich den Autor
grundsätzlich mag und auch weil ich das Gefühl habe, dass die Suche nie endet…
insofern habe ich, wenn ich mir die Essenz dessen anschaue, was ich las, doch
auch aus dieser Lektüre etwas mitnehmen können.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Ich freue mich immer über Nachrichten/ Kommentare und daraus entstehenden Austausch :)